Wichtige Ereignisse

Wie Bücher mein Leben veränderten – Rückblick auf die BAT 2026 in Hünfeld

Im Mai 2023 durfte ich an der diesjährigen Fortbildungstagung (BAT 2026) der Bundesarbeitsgemeinschaft der Lehrerinnen und Lehrer im Justizvollzug im eindrucksvollen Bonifatiuskloster in Hünfeld teilnehmen.

Es war mir eine besondere Ehre, im Rahmen dieser Tagung einen Vortrag zu einem Thema zu halten, das mir zutiefst am Herzen liegt: Wie Bücher mein Leben veränderten. Gerade in den herausfordernden Spannungsfeldern des Justizvollzugs ist der Zugang zu Literatur ein elementarer Schlüssel für neue Perspektiven und persönliche Entwicklung.

Teilnahme bei der BAT 2026 in Hünfeld

Veranstaltungen

2023: „Gemeinsam mehr erreichen“ in Augsburg 2023 war ich in Augsburg bei der Tagung „Gemeinsam mehr erreichen“ zu Gast. Dort konnte ich wichtige Themen aus meinem Buch Der JVA Kompass platzieren. Es ist mir ein großes Anliegen, auf einen Missstand aufmerksam zu machen, der in der Gesellschaft oft übersehen wird: Für viele Inhaftierte bedeutet die Entlassung aus der JVA den direkten Weg in die Obdachlosigkeit. Ein Systemfehler, den es dringend zu thematisieren gilt.

Hosen runter, Herz auf (2024)

Inmitten dieses Umbruchs traf ich Elisa. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die „Hosen runtergelassen“ und war vollkommen ehrlich – über meine Haft, meine Fehler und meine alten Lügen. Sie blieb. Seit dem 31. Dezember 2024 sind wir ein Paar. Sie ist mein erster wirklicher Halt und zeigt mir jeden Tag, dass man nicht perfekt sein muss, um geliebt zu werden.

Mein Fazit heute: Veränderung ist möglich. Man braucht Mut zur Ehrlichkeit, Menschen, die an einen glauben, und die Bereitschaft, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.

Hosen runter, Herz auf (2024)

Inmitten dieses Umbruchs traf ich Elisa. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die „Hosen runtergelassen“ und war vollkommen ehrlich – über meine Haft, meine Fehler und meine alten Lügen. Sie blieb. Seit dem 31. Dezember 2024 sind wir ein Paar. Sie ist mein erster wirklicher Halt und zeigt mir jeden Tag, dass man nicht perfekt sein muss, um geliebt zu werden.

Mein Fazit heute: Veränderung ist möglich. Man braucht Mut zur Ehrlichkeit, Menschen, die an einen glauben, und die Bereitschaft, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.

Auszug aus dem Betreuten Wohnen Einzug in der H11 (2024)

Während meiner Qualifizierung zum PC-Techniker lernte ich meinen Freund Bastian kennen. Er wohnte damals in einer großen Wohngemeinschaft, in der noch Zimmer frei waren. Bastian sprach mit seinem Vermieter und unterstützte mich dabei, dort ein Zimmer zu erhalten.

Nach sechs Monaten im Betreuten Wohnen konnte ich schließlich in mein erstes eigenes Reich ziehen. Ich war unglaublich nervös und aufgeregt, doch es begann eine wirklich sehr schöne Zeit. Die Mitbewohner waren sehr freundlich und haben mich offen empfangen. In dieser Phase gründete ich gemeinsam mit meinem Freund Basti zudem den Kanal „Verrückt Unterwegs“ beim TV-Lernsender NRWision.

Qualifizierung zum PC Techniker (2024)

Im Februar habe ich bei einem Weiterbildungsträger in Bonn eine Qualifizierung zum PC-Techniker begonnen. Ursprünglich war mein Ziel, dort einen Lehrgang im Lagerbereich zu absolvieren, doch bereits beim Vorstellungsgespräch erkannte der Dozent mein Potenzial im IT-Bereich. Nach Rücksprache mit dem Schulungsmanager wurde mir daraufhin die Qualifizierung zum PC-Techniker angeboten.

In Abstimmung mit der Agentur für Arbeit wurde vereinbart, dass ich bei einem erfolgreichen Abschluss des Kurses die Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration beginnen darf. Trotz anfänglicher Skepsis seitens der psychologischen Untersuchung der Arbeitsagentur aufgrund meines schulischen Hintergrunds, ermutigte mich mein Arbeitsberater, die Chance zu nutzen.

Ich habe die Qualifizierung schließlich mit einem hervorragenden Ergebnis von 98 % abgeschlossen, was mir den Weg für den Start meiner Umschulung am 1. Juli 2024 ebnete

Ein neuer Anfang: Raus aus der Enge, rein ins Licht (2023)

Am 12. Dezember 2023 um 8:30 Uhr war es endlich so weit: Die Tür der JVA Siegburg öffnete sich zum letzten Mal für mich. Ein Datum, das ich mir in Gedanken eingerahmt hatte wie ein Bild, das Hoffnung schenkt.

Nach einer langen Zeit des Suchens und vielen Absagen, die wie kalter Regen kamen, gab es einen Lichtblick. Dank der großartigen Unterstützung und dem motivierten Einsatz des Sozialdienstes der JVA Siegburg – namentlich Frau P., Frau B. und Frau M. – habe ich einen Platz im Betreuten Wohnen im Don-Bosco-Haus in Siegburg bekommen. Dieser Platz bedeutet für mich weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf; er ist die Chance auf einen echten Neuanfang und die Struktur, die ich für mein neues Leben brauche.

In dieser Phase des Umbruchs begann ich auch, meine Stimme nach außen zu tragen. Ich startete das Projekt „Sozialreporter“ beim TV-Lernsender NRWision, um soziale Themen sichtbar zu machen – ehrlich, roh und ungeschönt. Es war ein wichtiger Schritt, um nicht mehr nur als Nummer wahrgenommen zu werden, sondern als jemand, der etwas zu erzählen hat.

Ich bin unendlich dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, und bereit, mein Leben neu zu schreiben – mit Hoffnung und Zuversicht

Mein Besuch bei NRWision (2023)

Während meiner Inhaftierung in der JVA Siegburg habe ich einen

Die Bücherecke aus dem Knast (2022)

Die Bücherecke aus dem Knast ist ein wegweisendes Kooperationsprojekt, das zeigt, wie Literatur und Kultur als Brücken zwischen dem Leben hinter Mauern und der Außenwelt fungieren können.

Hier sind die wichtigsten Details zu diesem Projekt:

Zielsetzung: Der Wunsch des Autors ist es, das Projekt weiterzuführen, um anderen Gefangenen Wege zu zeigen, Anerkennung und Wertschätzung durch konstruktive, heilende Arbeit statt durch Zerstörung zu finden.

Entstehung und Kooperation: Das Projekt entstand im Rahmen der Knastkulturwoche 2022 als Zusammenarbeit zwischen der JVA Siegburg und der Stadtbibliothek Siegburg.

Inhaltliche Arbeit: Inhaftierte besprechen Bücher nicht als Literaturkritiker, sondern verbinden die Inhalte mit ihren eigenen persönlichen Erfahrungen, Fehlern und Hoffnungen.

Persönliche Entwicklung: Für Teilnehmer dient die Bücherecke als Rückzugsort der Ruhe und Bildung, der die Selbstreflexion fördert und neue Perspektiven eröffnet.

Öffentlichkeitsarbeit: Das Projekt erregte mediale Aufmerksamkeit, unter anderem durch Berichte im General-Anzeiger, in der WDR Lokalzeit Bonn und in der Bild-Zeitung.

Mediale Umsetzung: In Kooperation mit dem Projekt Podknast wurden Rezensionen in Audiobeiträgen festgehalten, wobei Teilnehmer sogar eigene Intros produzierten.

Podknast (2021)

Das Projekt Podknast ist eine besondere Initiative für Inhaftierte, die es ihnen ermöglicht, durch kreative Medienarbeit wieder als Menschen wahrgenommen zu werden.

Hier sind die wichtigsten Details zu diesem Projekt:

Wahrnehmung: Für viele Teilnehmer ist es das erste Mal, dass sie für ihre ehrliche Arbeit Respekt und Anerkennung statt Vorurteile erfahren

Ziele und Bedeutung: Podknast bietet Gefangenen eine Plattform, um ihre Erfahrungen, Gedanken und Träume in Form von Filmen oder Audiobeiträgen zu teilen. Es dient dazu, Inhaftierte nicht nur als „Nummer“ oder „Akte“ zu sehen, sondern ihnen eine Stimme zu geben.

Kreativer Prozess: Die Teilnehmer erstellen eigene Inhalte, wie zum Beispiel Intros mit selbst gespielter Gitarrenmusik oder Berichte über ihren persönlichen Wandel. Diese Arbeit fördert Talente und bietet eine Form der Selbstdarstellung, die ohne Gewalt auskommt.

Inhalte und Reichweite: Die produzierten Filme sind auf der Website www.podknast.de öffentlich zugänglich. Ein Beispiel ist ein Film über Skulpturen, die heute die JVA Siegburg verschönern.

Resozialisierung: Das Projekt wird als wichtiger Teil der Resozialisierung betrachtet, da es Brücken zwischen „drinnen“ und „draußen“ baut und den Inhaftierten Würde zurückgibt.

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