Sozialreporter

„Freiheit verpasst – Freiheit gefunden“ – Kapitel 1 (Song)

Was macht ein Buchautor, wenn die Gedanken zu laut sind, um zu schlafen? Er bricht auf zu neuen Ufern.
In einer dieser schlaflosen Nächte wagte Michael Schönhofen ein Experiment, das die Grenzen zwischen Literatur und Musik verschwimmen lässt. Sein Werk „Freiheit verpasst – Freiheit gefunden“ ist mehr als eine klassische Biografie; es ist eine schonungslos ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

Ein neues Kapitel – in Wort und Ton
Den Anfang seiner Lebensreise hat Michael auf eine völlig neue Art greifbar gemacht: Das erste Kapitel seiner Biografie verwandelte er mithilfe von künstlicher Intelligenz in einen Song. Es ist der Versuch, das Unaussprechliche hörbar zu machen.
Von Schatten am Niederrhein zum Licht der Freiheit

Michael Schönhofen nimmt uns mit zurück in seine Kindheit und Jugend am Niederrhein. Es ist eine Erzählung geprägt von Kontrasten:

  • Die Last: Das schwierige, schmerzhafte Verhältnis zu seinem gewalttätigen und suchtkranken Vater.
  • Der Halt: Das Aufwachsen bei seiner alleinerziehenden Mutter, die versuchte, im Sturm der Umstände Kurs zu halten.

„Freiheit verpasst – Freiheit gefunden“ ist eine Einladung, den Weg eines Mannes zu begleiten, der die Fesseln seiner Herkunft sprengt, um seine eigene Stimme zu finden – ob auf Papier oder in den Takten eines Liedes.

Scheideweg: Von der Kontaktgruppe im Knast zum Interview-Gast

Wer vor der Entlassung steht, stellt sich oft die alles entscheidende Frage: Wo finde ich Halt, wenn die Tore aufgehen? Auf meiner Suche nach Kontaktadressen für betreutes Wohnen stieß ich auf den Verein Scheideweg – eine Organisation, die mir nicht unbekannt war.

Ein Wiedersehen mit Geschichte
Schon während meiner eigenen Haftzeit habe ich die Kontaktgruppen von Scheideweg im Gefängnis besucht. Diese Stunden waren damals wichtige Fenster nach draußen. Umso mehr hat es mich berührt, dass ich nun, Jahre später, offiziell zum Interview eingeladen wurde. Es war eine große Freude, diesen Ort und die Menschen, die dort heute leben und arbeiten, endlich einmal „in Freiheit“ kennenzulernen.

Mehr als nur Hilfe: Ein Ort der Begegnung
Scheideweg bietet nicht nur Unterstützung beim Übergang ins betreute Wohnen, sondern schafft echte Gemeinschaft. Bei meinem Besuch konnte ich erleben, wie wertvoll diese Anbindung für ehemalige Inhaftierte ist, um nicht wieder in alte Muster zu fallen.

Falls ihr mal in der Nähe seid: Das Café von Scheideweg ist absolut zu empfehlen! Es ist nicht nur ein Ort mit toller Atmosphäre, sondern auch ein Beispiel dafür, wie soziale Arbeit und Gastfreundschaft Hand in Hand gehen können.

Rezension: „Lauf zurück ins Leben“ von Hermann Wenning

Wie findet man den Weg zurück, wenn man ganz unten angekommen ist? Diese Frage steht im Zentrum des Buches „Lauf zurück ins Leben“. Ich habe den Autor, Hermann Wenning, über meine Arbeit im Förderverein Gefangenenbüchereien e.V. kennengelernt. Seine Geschichte hat mich so tief beeindruckt, dass ich mich dazu entschlossen habe, sein Werk in einer persönlichen Rezension vorzustellen.

Mehr als nur ein Erfahrungsbericht
Was dieses Buch so besonders macht, ist nicht nur die Schilderung des Leids, sondern die konkrete Hoffnung. Hermann beschreibt seinen Weg in ein geordnetes, drogenfreies Leben und wie der Sport ihm dabei geholfen hat, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen.

„Hermann Wenning liefert keine theoretischen Ratschläge – er liefert sein Leben. Für jeden, der mit dem Thema Resozialisierung zu tun hat oder selbst nach einem Ausweg sucht, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre.“ – Michael Schönhofen

Heiligabend am Dom: Die Mitternachtsmission Köln

Manche Begegnungen verändern den Blick auf das Fest der Liebe. Ich lernte Wolfgang in der JVA Siegburg kennen, wo er die Orgel spielte und mir von der beeindruckenden Arbeit der „Mitternachtsmission“ erzählte. Damals versprach ich ihm: „Darüber machen wir mal einen Bericht.“

Ein Versprechen wird eingelöst
An Heiligabend war es so weit. Gemeinsam mit meiner Freundin Elisa bin ich nach Köln gefahren – aber nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Helfer. Während andere unter dem Weihnachtsbaum saßen, bereiteten wir gemeinsam mit der Mitternachtsmission eine Feier für diejenigen vor, die oft vergessen werden: Obdachlose, Bedürftige und einsame Menschen.

„Wolfgangs Orgelspiel in der JVA war der Anfang – der Einsatz am Dom die Fortsetzung. Zu sehen, wie viel Hoffnung die Mitternachtsmission schenkt, hat diesen Heiligabend für uns unvergesslich gemacht.“ – Michael Schönhofen

Bastis Geschichte: Existenzangst kurz vor der Prüfung

Die drohende Räumung der Holzgasse 11 (H11) in Alfter trifft nicht nur Petra, sondern die gesamte Gemeinschaft – und damit auch meinen Kollegen und Mitbewohner Bastian Hauß. Während wir hinter der Kamera stehen, um diese Ungerechtigkeit zu dokumentieren, sind wir selbst Teil dieser Geschichte.
Zwischen Umschulung und Wohnungsverlust
Bastian ist 35 Jahre alt und lebt seit Juli 2023 in der „H11“. Eigentlich sollte sein Fokus gerade ganz woanders liegen: Er macht aktuell eine Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Doch statt sich voll auf seine bald anstehende Abschlussprüfung konzentrieren zu können, bestimmen Fristen des Bauaufsichtsamts seinen Alltag.

„Man versucht, seine Zukunft aufzubauen, und gleichzeitig wird einem das Fundament – das eigene Zuhause – unter den Füßen weggezogen. Die Ungewissheit ist kurz vor der Prüfung kaum zu ertragen.“ – Bastian Hauß

Alfter: Das drohende Aus der „H11“ – Petras Kampf um ihr Zuhause

Manchmal liegt zwischen einem Neuanfang und einer existenziellen Krise nur ein Brief vom Amt. Kurz nachdem ich selbst aus dem betreuten Wohnen ausgezogen bin und in einer WG in Alfter ein neues Kapitel aufschlagen wollte, erreichte uns die Nachricht: Nutzungsuntersagung.

Die Holzgasse 11 (H11) vor dem Aus
Die Bewohner der Wohngemeinschaft „H11“ stehen vor dem Nichts. Das Bauaufsichtsamt hat angeordnet, dass das Gebäude bis zum 30. November 2024 geräumt sein muss. Der Grund: Eine Nutzungsänderung. Wo heute eine gewachsene Gemeinschaft lebt, sollen in Zukunft Studenten oder andere Gruppen in einem klassischen Wohnheim untergebracht werden.

Premiere für Ralf: Zu Gast in der „BrauchBar“ Siegburg

In diesem Beitrag dreht sich alles um zweite Chancen – für Gegenstände und für Menschen. Das Sozialkaufhaus „BrauchBar“ der AWO Bonn/Rhein-Sieg in Siegburg ist weit mehr als nur ein Geschäft für erschwingliche Haushaltswaren. Es ist ein Ort der Begegnung und ein Sprungbrett für Menschen, die es auf dem ersten Arbeitsmarkt schwer haben.

Für uns als Team der Sozialreporter war dieser Besuch ein echtes Highlight: Es war der erste Einsatz von Ralf vor der Kamera! Nach seiner Zeit in der „Bücherecke“ der JVA Köln und unserem gemeinsamen Besuch auf der Großdemo in Köln, hat Ralf hier nun aktiv die Rolle des Reporters übernommen. Seine authentische Art und seine eigene Geschichte machen diesen Bericht zu etwas ganz Besonderem. Gemeinsam haben wir erkundet, wie das Konzept der „BrauchBar“ genau funktioniert.

Renedikt#Story: Ein neues Kapitel – Zu Besuch in den eigenen vier Wänden

Vom Wald in die eigenen vier Wände: In diesem Teil unserer Reihe „Renedikt#Story“ feiern wir einen ganz besonderen Meilenstein. Nach drei harten Jahren, in denen der Wald sein Zuhause war und die Straße seinen Alltag bestimmte, hat Renedikt den Sprung geschafft – er ist in seine neue Wohnung eingezogen.

Ich habe Renedikt in seinem neuen Heim besucht, um zu sehen, wie er sich eingelebt hat. Es war ein Treffen, das sich deutlich von unseren Dreharbeiten im Wald unterschied. Zwischen Kisten und den ersten eigenen Möbeln haben wir uns darüber unterhalten, was dieser Neuanfang für ihn bedeutet und wie sich sein Blick auf die Welt verändert hat.

„Es ist ein bewegendes Gefühl, Renedikt jetzt in einer sicheren Umgebung zu erleben. Seine Erzählungen über die Zeit auf der Straße halten uns allen einen Spiegel vor – wie wir als Gesellschaft mit denjenigen umgehen, die keinen Schutzraum mehr haben.“ – Michael Schönhofen

Renedikt#Story: Kochen über offenem Feuer – Der Dutch Oven

Im ersten Teil unserer Reihe hat uns Renedikt von seinem Überlebenskampf im Wald berichtet. Doch Bushcrafting ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Kunst. Eine Erfahrung, die uns besonders neugierig gemacht hat, ist das Kochen im sogenannten „Dutch Oven“.

Dieses Mal haben wir den Schauplatz gewechselt: Ich habe Renedikt in meinem Garten besucht, um diese Erfahrung am eigenen Leib zu machen. Während der Topf über dem Feuer arbeitete und die Wärme des Feuers uns umgab, bereitet Renedikt nicht nur ein Essen zu, sondern teilte auch weitere tiefe Einblicke in sein bewegtes Leben.

Ein frostiger Einsatz in Köln-Deutz

Wenn der Winter Köln fest im Griff hat, wird die Straße für viele Menschen zur tödlichen Gefahr. Während wir uns in die Wärme zurückziehen, beginnt für Obdachlose bei Minustemperaturen ein verzweifelter Überlebenskampf.

Bei dichtem Schneefall und beißender Kälte haben Sascha und ich uns auf den Weg zum Kölner Rheinufer gemacht. Die Kamera fängt eine Welt ein, die im Winter besonders erbarmungslos ist. Doch dieser Beitrag ist mehr als eine Bestandsaufnahme des Elends – im Mittelpunkt steht Saschas Idee, eine Initiative gegen die Hilflosigkeit in der Kälte.

Renedikt#Story: Obdachlosigkeit

Obdachlosigkeit hat viele Gesichter – eines davon gehört Renedikt. In unserer Videoreihe „Renedikt#Story“ nimmt er uns mit in eine Welt, die für die meisten von uns unsichtbar bleibt. Seine Geschichte ist geprägt von den harten Realitäten einer Drogensucht, die ihn schließlich alles kostete und in die Einsamkeit des Waldes führte


Drei Jahre lang war der Wald Renedikts „Zuhause“. In meinem Film zeigt er uns ungeschönt seinen ehemaligen Schlafplatz und berichtet von einem Leben, das oft an der Grenze zur Lebensgefahr verlief.

Kennengelernt haben wir uns im betreuten Wohnen. Von der ersten Begegnung an war klar, dass Renedikts Geschichte erzählt werden muss. Die gemeinsamen Dreharbeiten waren für uns beide eine äußerst bewegende Zeit – geprägt von Vertrauen, harten Wahrheiten und der Hoffnung auf einen Neuanfang

70.000 Stimmen für die Demokratie: Unterwegs an der Deutzer Werft

Im Januar 2024 setzte Köln ein unübersehbares Zeichen. Unter dem Motto „Demokratie schützen, AfD bekämpfen“ versammelten sich rund 70.000 Menschen an der Deutzer Werft, um gemeinsam gegen Rechtsextremismus und für unsere freiheitlichen Werte einzustehen.

Eine besondere Premiere: Verstärkung für das Team
Dieser Einsatz war für uns als Projekt auch aus einem anderen Grund ein Meilenstein: Ralf, ein ehemaliger Teilnehmer der „Bücherecke“ aus der JVA Köln, unterstützte mich zum ersten Mal aktiv bei der Berichterstattung.

Warten auf DB: Wenn der Streik die Freiheit ausbremst

In meinem Beitrag „Warten auf DB“ nehme ich den Bahnstreik vom Januar 2024 aufs Korn – allerdings mit einem sehr ernsten Hintergrund. Ich finde es unmöglich, wie die Deutsche Bahn Menschen im Stich lässt, die auf den Fernverkehr angewiesen sind. Besonders bei eisigen Temperaturen ist das keine bloße Unannehmlichkeit, sondern eine absolute Zumutung.
Ich habe das am eigenen Leib erfahren: Mein Kumpel Sascha war bei mir zu Besuch, doch wegen des Streiks kam er plötzlich nicht mehr weg. Statt einer entspannten Abreise hieß es für uns: Die ganze Nacht in Siegburg rumlaufen und irgendwie die Kälte überstehen. Ein Erlebnis, das mich dazu bewegt hat, dieses Thema satirisch, aber deutlich anzupacken.

Endlich Freiheit: So haben wir das Jahr 2023 verabschiedet

Das Jahr 2023 endete für mich so, wie ich es mir lange gewünscht habe: in Freiheit und im Kreise meiner Freunde. In meinem neuen Beitrag zeige ich euch Eindrücke von dieser besonderen Feier. Mit am Tisch saß mein Kumpel Sascha, den viele von euch sicher aus dem Projekt „Die Bücherecke aus dem Knast“ kennen.

Es war ein Abend voller Dankbarkeit, gutem Essen und einem tollen Feuerwerk. Als Ascha dann spontan anfing, „Power“ von Kontra K zu rappen, war die Stimmung perfekt. Dieser Song und dieser Abend stehen für mich für einen echten Neuanfang.

Kommentare

Ein Kommentar zu „Sozialreporter“

  1. Avatar von abdi
    abdi

    gute beitrag

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